Erste Ausbeute - aus der heutigen mailing-liste des "Ukraine-Stammtischs" gecopypasted

#1 von Dagmar Schatz ( gelöscht ) , 05.07.2016 20:51

Russland: Geldstrafe für Kritik an Hitler-Stalin-Pakt auf Vkontakte, Der Standard, 1. Juli 2016. http://derstandard.at/2000040200059/Russ...t-auf-Vkontakte
„Für das Posten einer ukrainischen Polemik zur Kooperation der Hitler und Stalin hat ein russisches Gericht einen Internetnutzer zu einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (2.794 Euro) verurteilt. Es handelt sich um eine der ersten Verurteilungen gemäß eines 2014 eingeführten Paragrafen, der Verbreiten von "falschen Informationen über Aktivitäten der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg" sanktioniert.“

Kerstin Holm: Ende der Petersburger „Dialoge“ In den Viehwagen des Fortschrittzuges, FAZ, 04.07.2016. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/de...e-14322270.html
„Und selbst Amerikas populistischer Präsidentschaftsanwärter Donald Trump werde im Falle des Falles sein Land nicht umkrempeln können wie befürchtet oder von einigen erhofft. Er bewerbe sich ja nicht für das Amt des Dschingis Khan, sondern für das Präsidentenamt der demokratischen Supermacht. Und der sei kein Diktator, vielmehr werde er wie eine Glühbirne in den großen Lüster des Systems der Vereinigten Staaten von Amerika hineingeschraubt, dessen Funktionen viele Schalter regulieren. Der Kontrast zum Putinismus liegt auf der Hand. Solche Erörterungen darf es in der Bibliothek nicht mehr geben. Nikolai Solodnikow, der ein neues Lokal sucht, schließt nicht aus, dass sie künftig außerhalb von Russland stattfinden müssen.“

Oleg Jegorow: Sehnsucht nach einem Führer: Was Russen an Stalin schätzen, Russia Beyond The Headlines, 02.06.2016. http://de.rbth.com/gesellschaft/2016/06/...chaetzen_599635
"Meinungsumfragen zeigen, dass die Popularität Stalins im Jahr 2016 in Russland so hoch ist wie nie zuvor. Mehr als die Hälfte der Russen glaubt, er habe eine positive Rolle in der Geschichte ihres Landes gespielt. Die kommunistische Partei KPRF will das Image des sowjetischen Führers im Wahlkampf nutzen. Sie könnte mit dieser Strategie Erfolg haben. [...]
„Die Schuld Stalins gegenüber der Partei und dem Volk angesichts der massenhaften Repressionen und Willkür wiegt schwer und ist unverzeihlich“, sagte Michail Gorbatschow in einer Rede im Jahr 1987. Die postsowjetischen politischen Führer verurteilten ebenfalls wiederholt die Verbrechen der Stalinzeit. Dennoch werden im 21. Jahrhundert in Russland neue Denkmäler für Stalin errichtet. In der Regel sind das kleine, von Kommunisten platzierte Büsten. [...]
Alexei Makarkin, Vizepräsident des Zentrums für Polit-Technologien, erklärt den Misserfolg der Entstalinisierung mit der Bewertung der Epoche, die sie maßgeblich bestimmte. Sie gilt heute als Zeit des Scheiterns und der Verwerfungen. „Stalin stand vor allem in der Zeit der Perestroika in der Kritik, als man die in seinem Namen verübten Verbrechen aufdeckte. Das war ein Schock. Heute ist es sehr verbreitet, die Perestroika als Epoche der Fehler und des politischen Zerfalls aufzufassen. Die Menschen denken jetzt im Umkehrschluss: Wenn Stalin in der Perestroika verteufelt wurde, muss er positive Eigenschaften gehabt haben“ [...]
Im September 2016 wird in Russland ein neues Parlament gewählt. Vertreter der kommunistischen Partei KPRF, zweitgrößte Fraktion in der heutigen Duma, kündigten bereits an, das Stalin-Image zu nutzen, um „zusätzliche Stimmen“ zu gewinnen. Experten sprechen dieser Strategie gute Erfolgsaussichten zu. [...]
Für den liberal orientierten Teil der Gesellschaft ist Stalin eine düstere Figur und verantwortlich für Repressionen, denen nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Memorial zwischen elf und 39 Millionen Menschen zum Opfer fielen."

Dirk Banse und Uwe Müller: Putin lässt in Berlin riesige Denkfabrik gründen, DW, 01.07.2016. http://m.welt.de/politik/deutschland/art...k-gruenden.html
„Ein Vertrauter des Kreml-Chefs zieht in der Hauptstadt ein russisches Forschungsinstitut hoch. Oligarchen sollen es über die Schweiz finanzieren. Kritiker fürchten eine neue Propagandafabrik.
Wer in Russland bei einer Nichtregierungsorganisation (NGO) arbeitet, muss jederzeit damit rechnen, unangemeldet Besuch von staatlichen Stellen zu bekommen. Für den Kreml gelten NGOs, die aus dem Ausland finanziert werden, als "ausländische Agenten".[...]
Transparent ist zumindest die Biografie des Gründers des Instituts. Jakunin, zwischen 2005 und 2015 Präsident der russischen Eisenbahn, ist ein Mann, der über mehr als 20 Jahre Geheimdiensterfahrung verfügt. Schon zu Sowjetzeiten studierte er am Institut des allmächtigen KGB. Der Sohn eines Armeepiloten, der an diesem Donnerstag seinen 68. Geburtstag feiert, gehört seit Langem zum innersten Zirkel des ehemaligen KGB-Offiziers Putin und gilt in den USA als unerwünschte Person. Dort steht er auf der Sanktionsliste.
Nach Deutschland hingegen darf Jakunin problemlos einreisen. Und hier kämpft er unermüdlich um ein besseres Russland-Bild. Sein Name taucht auch im Kuratorium des Deutsch-Russischen Forums auf, das von dem ehemaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) geleitet wird. Beide werden sich jetzt zur Eröffnungsveranstaltung wiedersehen. Platzeck gehört zu den geladenen Gästen.“

Christoph von Marschall: Das Russland-Bild der Deutschen. Redewendungen an der Wahrheit vorbei, Tagesspiegel, 01.07.2016. http://www.tagesspiegel.de/politik/das-r...i/13816272.html
„Russlands Präsident Putin lässt ein Propaganda-Institut in Berlin gründen. Ein guter Anlass, darüber nachzudenken, wie Politiker und Medien sich über Russland äußern.
Berlins PR-Szene bekommt an diesem Freitag Zuwachs. Offiziell ist natürlich nicht von Propaganda die Rede, sondern vom „Dialog der Zivilisationen“ und einem „Forschungsinstitut“. Die Deutschen dürfen sich fragen, warum Wladimir Putin und sein Vertrauter Wladimir Jakunin Berlin gewählt haben und nicht Paris, Rom oder London. Dort wäre es zwar dringender, die russischen Positionen bekannt zu machen und akademisch zu unterfüttern. Engländer, Franzosen und Italiener sind weniger gut auf Russland zu sprechen. Ihre Außenminister hören „Säbelrasseln“ und „Kriegsgeheul“ nicht bei der Nato. Die übt nur Verteidigung. Russland lässt Angriff trainieren, erst auf die Ukraine, jetzt auf Nato-Ziele. In Moskaus Kalkül sind die Deutschen offenbar hoffnungsvollere Adressaten für die PR-Arbeit. […]
In Moskaus Strategie ist Konfliktlösung auch gar nicht das Ziel. Solange ein Konflikt andauert, sitzt Russland am Tisch und hat Einfluss. Eine Lösung hätte zur Folge, dass der Einfluss sinkt. Die „Soft Power“, die im Frieden Einfluss sichert, fehlt Russland. Deshalb bringen seine „Friedenseinsätze“, selbst nach Jahren, keinen Frieden: in Berg-Karabach, Transnistrien, Abchasien, Ossetien ...“

Kai Struve: „Faschisten“ als Feindbild. Putins Krieg gegen die Ukraine und die deutsche Öffentlichkeit, OWEP 4/2014. https://www.owep.de/artikel/865/faschisten-als-feindbild


Dagmar Schatz

   

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